Am 6. Juli 2026 hat das Bundeskabinett im Regierungsentwurf zum Haushalt 2027 festgehalten, dass Kryptowährungen künftig nicht mehr nach § 23, sondern nach § 20 Einkommensteuergesetz besteuert werden sollen — also wie Aktien und andere Kapitalanlagen, mit Abgeltungsteuer und ohne Haltefrist. Heute sind Gewinne aus Krypto nach einem Jahr steuerfrei. Unter § 20 wären sie es nicht mehr, unabhängig davon, wie lange du hältst. Der Staat rechnet mit rund einer Milliarde Euro zusätzlichen Einnahmen im Jahr.
In den Tagen danach erreichten mich die ersten Fragen dazu. Ich hätte einen Hinweis in die Steuer-Ansicht einbauen, einen Countdown anzeigen oder zumindest eine Meldung verschicken können. Ich habe mich trotzdem entschieden, an Folanza erstmal nichts zu ändern. Diese Zurückhaltung ist mir nicht leichtgefallen. Und sie ist trotzdem richtig:
1. Ein Kabinettsbeschluss ist noch kein Gesetz
Was am 6. Juli beschlossen wurde, ist eine Absicht im Regierungsentwurf, kein verabschiedetes Gesetz. Es gibt noch keinen Referentenentwurf, keinen festen Stichtag und keine Antwort auf die wichtigste Frage: ob und wie bereits gehaltene Coins Bestandsschutz genießen. Bundestag und Bundesrat müssen der Reform noch zustimmen, frühestens würde sie für Käufe ab dem 1. Januar 2027 gelten. Parallel läuft eine Petition für den Erhalt der Haltefrist — der Ausgang ist offen.
Fest steht dagegen, was heute gilt: Die einjährige Haltefrist nach § 23 EStG ist unverändert in Kraft, bestätigt durch ein BMF-Schreiben vom 6. März 2025 und ein Urteil des Bundesfinanzhofs (IX R 3/22). Folanzas Steuerlogik rechnet genau danach. Ich bin kein Steuerberater, aber das kann ich dir mit Sicherheit sagen.
2. Eine falsche Vermutung in einem Steuer-Werkzeug ist echter Schaden
Hätte ich die Steuer-Engine schon jetzt auf eine mögliche Zukunft umgebaut, hätte ich beim Stichtag, beim Bestandsschutz und bei Übergangsregeln raten müssen, die noch niemand kennt. In den meisten Bereichen der App wäre eine falsche Annahme ärgerlich. In einem Werkzeug, das du für deine Steuererklärung nutzt, wäre sie das nicht. Also rechnet Folanza weiter nach dem Gesetz, das tatsächlich gilt, und nicht nach dem, das vielleicht kommt.
Was die Reform interessanter macht, sobald sie kommt
Falls die Reform tatsächlich in Kraft tritt, wird der Bestandsschutz vermutlich einen Nachweis verlangen: wann und zu welchem Preis du deine Coins ursprünglich gekauft hast. Genau diese lückenlose FIFO-Historie führt Folanza schon heute, lokal bei dir, jederzeit exportierbar. Was jetzt eine Funktion unter vielen ist, wird dann zu deinem Beleg. Nicht weil ich das geplant hätte, sondern weil vollständige, ehrliche Daten am Ende fast immer nützlich sind.
Was jetzt als Nächstes passiert
Für dich bleibt also erstmal alles beim Alten, solange nichts entschieden ist. Sobald ein echter Referentenentwurf mit Stichtag und Übergangsregeln vorliegt, passe ich Folanza entsprechend an und schreibe hier darüber — vorher nicht.
Bis dahin bekommst du von mir keine Vermutungen, sondern nur das, was heute wirklich gilt.