Wallet-Connect hätte eine andere Risikoklasse in die App gebracht
Der Börsen-Sync, den es in Folanza gibt, arbeitet mit Lese-Rechten, die die Börse selbst technisch durchsetzt — der API-Key kann gar nicht mehr als lesen. Wallet-Connect-Protokolle sind anders gebaut: Sie stammen aus einer Welt, in der Nutzer laufend Signaturanfragen von fremden dApps bestätigen, und in der eine „nur lesen"-Anfrage optisch kaum von einer Freigabe zu unterscheiden ist, die tatsächlich Zugriff auf Mittel gibt. Genau diese Verwechslungsgefahr will ich niemandem in Folanza zumuten. Ein Portfolio-Tracker soll deine Bestände zeigen, nicht zu einer weiteren Stelle werden, an der du Freigaben klickst.
On-Chain-Tracking hätte bedeutet: Ich kenne die Wallet-Adressen meiner Nutzer
Rein technisch könnte ich öffentliche Wallet-Adressen anonym über einen Blockchain-Indexer abfragen, ohne sie mit einem Namen zu verknüpfen. Aber genau darum geht es nicht — es geht darum, was diese Funktion strukturell öffnet. Sobald Folanza Wallet-Adressen entgegennimmt, weiß ich, welche Adressen zu meinen Nutzern gehören, selbst wenn ich nichts sonst darüber weiß. Das ist eine Angriffsfläche und ein Vertrauensversprechen, das ich nicht eingehen will, nur für den Komfort, eine Adresse nicht selbst eintragen zu müssen.
Was das kostet
Ehrlich gesagt: Komfort. Wer seine Bestände direkt aus der Chain oder aus einer Wallet ziehen möchte, muss sie in Folanza manuell erfassen oder über eine Datei importieren. Das ist ein Klick mehr als „Wallet verbinden", und ich will das nicht kleinreden. Für Börsen mit eigener Lese-API biete ich den opt-in Sync an, weil dort die Risikoklasse eine andere ist — für alles, was direkt mit deiner Wallet oder der Chain zu tun hat, bleibt der Weg bewusst manuell.
Der Verzicht ist Absicht
Diese Lücke schließe ich nicht nachträglich, sobald sie technisch einfacher wird — sie bleibt, weil die Risikoklasse gleich bleibt, egal wie bequem die Umsetzung wird. Folanza wächst lieber bei den Wegen weiter, die zu seinem Kernversprechen passen: Datei-Import, verschlüsseltes Cloud-Backup, Lese-only-Sync mit harten Guardrails. Eine Wallet-Adresse, die du mir nicht gibst, kann ich auch nicht kennen — und genau so soll es bleiben.